Günstige Shops und günstig Kultur genießen – das neue Sozialticket im Bremerhafen

Schnäppchen-Angebote erhöhen die Zahlungsbereitschaft und reduzieren den Preisschmerz. Das Ergebnis ist klar: Man kauft ein, ohne dabei von Bedauern oder gar etwa Schuldgefühlen geplagt zu werden.

Vielleicht hatte das der Finanzbeamte Roland Heimann auch im Hinterkopf, als er sich ein monatliches Schnäppchen für Kultur und Sport in Bremerhaven ausgedacht hat. Die Idee besteht darin, gegen eine Monats-Pauschale von nur 22,50 Euro etwa 25.000 Bremerhavenern, die sich als Hartz-IV-Bezieher oder Asylbewerber ausweisen können, das ganze Kulturleben der Stadt von Museen über Theater bis zum Zoobesuch zu ermöglichen. Auch diverse Sportangebote wie Schwimmen oder Eislaufen sollen in Anspruch genommen werden können. Zwar haben auch andere Kommunen ähnliche Sozialtickets im Angebot, in keiner ist aber bislang eine Flatrate zu finden. Ein Ansporn für die Entwicklung der Idee waren auch die mageren Besucherzahlen von Museen.

Mit der Bremerhaven-Karte kann man sich aber nicht nur eine Theateraufführung anschauen, sondern auch zum halben Preis im Second Hand-Kaufhaus “Fundus” shoppen. Günstig einkaufen ist für Bedürftige besonders wichtig. Aber nicht nur sie freuen sich über günstige Angebote und beste Produkte. Denn ab und zu etwas Besonderes einkaufen, macht so gut wie jeden  glücklich und trägt an manch tristem Novembertag zur Aufmunterung bei. Und damit man an einem solchen nicht den Fuß vor die Tür setzen und trotzdem etwas Schönes erwerben kann, ist ein Preisvergleich im Internet die ideale Alternative zum Glücklichwerden durch Einkäufe. Dies ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen: Attraktive Produkte oder günstige Preise in Kombination mit Gerüchen, Farben oder Musik bilden einen Reiz, der automatisch eine emotionale Verknüpfung über das Nervensystem zum Belohnungszentrum im Vorderhirn, erzeugt. An derselben Stelle im Hirn wirkt zum Beispiel auch die Droge Ecstasy.

Die einzigartige Sozialticket-Initiative für Kultur- und Freizeitaktivitäten in Bremerhaven ist zu begrüßen und dürfte verlockender sein als zum Beispiel das Restkarten-Modell, bei dem man lange vor den Abendkassen auszuharren hat. Darüber hinaus ermöglicht die Bremerhaven-Karte unzählige Freizeitaktivitäten, die man sich ansonsten nicht ohne beachtliche Kosten leisten könnte. Hoffentlich lassen sich auch andere Kommune davon begeistern.

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